Çay – das Lieblingsgetränk der Istanbuler
Foto: Pamela Ross
Zum Frühstück, nach dem Mittagessen, bei der Arbeit oder zwischendurch – zu jeder Gelegenheit wird in Istanbul ein Glas Tee serviert.
Bei den Osmanen war es die Kaffeekultur, die ausgeprägt war, nach dem Fall des Reichs kam der Tee ins Spiel. Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk entschied sich den luxeriösen Kaffee durch Tee zu ersetzen, weil man diesen nicht importieren sondern im eigenen Land anbauen konnte. So war für den Teeanbau die Schwarzmeer Region interessant und ist heute noch immer mit seinen steilen Hängen, der direkten Lage am Meer und zugleich in den Bergen sehr geeignet dafür. Seither ist der çay das Nationalgetränk der Türken und auch das Lieblingsgetränk der Istanbuler.
Die Zubereitsungsart des türkischen Tees ist sehr interessant: Zwei Kannen stehen aufeinander auf dem Herd, von denen in der unteren Kanne das heiße Wasser brodelt, in der oberen sind die Teeblätter und entfalten ihr Aroma durch den Wasserdampf von unten. Der Tee wird anschließend aufgebrüht und muss eine Weile ziehen bis er serviert werden kann.
Der çay wird in die tulpenförmigen Teegläser gegossen. Zuerst das Konzentrat, dann das heiße Wasser. Wenn der Tee etwas leichter sein soll, gießt man etwas weniger von dem Konzentrat und etwas mehr Wasser ins Glas, so bekommt der Tee seine rote Farbe im Licht; im Volksmund wird das auch tavuk kanı genannt, “Hasenblut”. Der demli çay hingegen ist etwas stärker, mehr Konzentrat, weniger Wasser. Mit oder ohne Zucker, manche trinken ihren Tee sogar mit Zitrone, schmeckt çay zu jeder Tages- und Nachtzeit gut.
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