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Hippodrom

Das antike Hippodrom, einst soziales und sportliches Zentrum von Byzanz , ist heute Teil des Sultanahmet Platzes und seit 1985 UNESCO Weltkulturerbe. Es befindet sich zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee und war Schauplatz vieler sportlicher Wettkämpfe und Zeremonien, Volksbelustigungen und gesellschaftlicher Ereignisse, auch zu Zeiten der Osmanen.

Nur wenige Reste des Hippodroms (türkisch Hipodrom oder auch At meydanı) zeugen von der ehemaligen Pracht der Rennstrecke, die Kaiser Septimius Severus im Jahr 203 erbaute. Kaiser Konstantin I. erweiterte den Komplex nach dem Vorbild des Circus Maximus in Rom zu einem der größten Pferderennbahnen der Welt. Die Rennstrecke war nach den Erweiterungen 429 Meter lang und 119 Meter breit. Eetwa 100.000 Zuschauer hatten auf den Rängen Platz.

Auf dem einstigen Gelände des Hippodroms befinden sich drei Säulen.

> Die Säule mit den drei Schlangenköpfen, der Opferaltar Plataiai, stand vor dem Tempel des Apollo in Delphi. Konstantin I. brachte sie im Jahre 331 nach Konstantinopel, um seine neue Hauptstadt zu dekorieren. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde einer der Köpfe beschädigt. Aber osmanische Illustrationen dokumentieren, dass die Köpfe lange erhalten geblieben sind. Sie wurden später im Vierten Kreuzzug abgeschlagen. Heute kann nur ein Teil der Basis, der Rest der Schlangensäule (Yılanlı Sütun), gesehen werden.

> Der altägyptischer Obelisk des Pharao Thutmosis III., stammt aus dem Tempel von Karnak in Luxor und wurde 390 von Kaiser Theodosius I. nach Konstantinopel gebracht. Der Obelisk des Theodosius, wie er seither heißt (Dikilitaş), besteht aus rosa Granit und war ursprünglich 30 m hoch, genau wie der Lateran Obelisk in Rom. Jedoch brach er schon zu alten Zeiten. Erhalten ist der obere Teil. Der Marmorsockel ist ein wichtiges Monument der Theodosianischen Zeit. Auf allen vier Seiten trägt er eine Reliefverzierung mit verschiedenen Situationen der imperialen Selbstdarstellung.

> Ein aus der Regierungszeit von Kaiser Konstantin VII. (913-959) stammender 32 Meter hoher Obelisk war einst in schöne Kupfer- und Messingplatten gehüllt. Heute ist nur noch der Säulenkern sichtbar. Deshalb wird er die Gemauerte Säule (Örme Dikilitaş) genannt. Während des Vierten Kreuzzuges zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Säule ihrer Platten beraubt und das gut verarbeitete Prägematerial anderweitig verwendet. Später, im Jahr 1894, fiel es 1894 einem verheerenden Erdbeben zum Opfer.

Foto: Thomas Buck
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