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Hagia Irene (Aya Irini)

Foto: Gryffindor

Hagia Irene, die „Kirche des göttlichen Friedens“ ist eine byzantinische Kirche aus dem 4. Jahrhundert in Konstantinopel und wurde über den Ruinen eines römischen Tempels gebaut, die heute den ersten Hof des Topkapı Palastes markieren.

Ihre Entstehung reicht weit in die Geschichte zurück. Erstmalig im Auftrag des römischen Kaisers Konstantin dem Großen erbaut worden, ist sie die älteste Kirche der Stadt und des Patriarchats. Erst zweihundert Jahre nach ihr wurde die sagenhafte Hagia Sophia errichtet, bei der Justinian I. zum Anlass nahm, die Hagia Irene zu erneuern. Von nun an war die Hagia Irene die zweitgrösste Kirche der Stadt aber die einzige byzantinische Kirche mit einem original erhaltenen Atrium.

Die einst schönste Kirche der Christen war die Geburtstätte des Glaubensbekenntnisses, ein Versammlungsort vieler veschiedener Anlässe: Kaiser Konstantin I. rief hier am 11. Mai 330 sein Reich – das „Nova Roma“ – aus, im Jahre 381 tagte Kaiser Theodosius I. das Erste Konzil und zugleich das Zweite Ökumenische Konzil von Konstantinopel. Auch war die Kirche Schauplatz der teilweise blutigen Auseinandersetzungen zwischen Arianern und Trinitariern während des Arianischen Streits.

Nachdem die Hagia Irene im Jahre 532 beim schweren Nika-Aufstand niederbrannte, war es Kaiser Justinians Restaurierung, aus der sie weitgehend ihr heutiges Aussehen erhielt. Nach weiteren Unruhen wie dem Bildersturm (726-841) sowie einem Erdbeben im Jahr 740 konnten ursprüngliche Mosaike nicht gerettet werden. Jedoch die von einem Riesenkreuz auf goldenem Grund gezierte Apsis ist eine der ältesten erhaltenen Teile der überkuppelten Basilika. Sie stellt ein einzigartiges Zeugnis der ikonoklastischen Kunst dar. Eine vergleichbare Darstellung findet sich in der Apsiskalotte von der Basilika Sant’Apollinare im italienischen Classe. Es symbolisiert dort das Kreuz Christus im Kontext der Verklärung.

Nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 nutzte die Palastwache der Janitscharen die Hagia Irene als Waffenlager. Der Marschall des Arsenals Ahmed Fethi Paşa ließ bereits 1846 in der Kirche ein türkisches Museum einrichten. Als aber 1875 der Platz für weitere Waffenexponate nicht mehr ausreichte, verlegte man die Sammlung in den Fayencen-Pavillon (Çinili Köşk). 1869 wurde aus der Kirche ein Reichsmuseum und 1908 für einige Zeit ein Militärmuseum. Seit 1973 wird die Hagia Irene aufgrund ihrer beachtlich akustischen Atmosphäre für klassische Konzertveranstaltungen genutzt, ist aber seit 1948 offiziell als Museum deklariert worden und untersteht der Hagia-Sophia-Museumsdirektion. Nicht verwunderlich also, dass die eindrucksvolle Hagia Irene seit mehr als 30 Jahren Gastgeberin vieler Konzerte im Rahmen des Istanbuler Musik Festivals ist.

 Besichtigungen der Hagia Irene waren früher nur auf Antrag und mit einer Sondergenehmigung möglich. Seit jüngster Zeit steht die Kirche als Museum Besuchern zur Verfügung.

 

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