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Sankt Stefan Kirche

St. Stefan

Am Ufer des Goldenen Horns, in Balat an der Mürsel Paşa Caddesi, befindet sich die Kirche Sankt Stefan. Sie ist eine Hinterlassenschaft der bulgarischen Minderheiten aus der Osmanischen Zeit, die unter dem Einfluss der nationalistischen Ströme unabhängig vom orthodoxen Metropolit ihr eigenes Gotteshaus im Zentrum der bulgarischen Kirche, Konstantinopel, gründen wollten. Ihr türkischer Name ist Aya Stefan.

Der fortan unabhängigen Gemeinde der bulgarisch-orthodoxen Christen in Konstantinopel wurde anfangs ein vom osmanischen Staatsmann, der bulgarischer Knjaz Stefan Bogoridi, geschenktes Holzhaus, am 9. Oktober 1849 zur Kirche geweiht und für Gottesdienste zur Verfügung gestellt.

Nach einem Brand in der Holzkirche erhielten die Bulgaren im 19. Jahrhundert eine staatliche Baugenehmigung vom Sultan und durften neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus errichten. Ein internationaler Wettbewerb bestimmte den Baumeister und wer die nötigen Baumaterialien herstellen durfte. Errichtet worden ist sie von dem berühmten Architekten seiner Zeit, dem Armenier Hovsep Aznavur, der sich wegen des schwachen Untergrunds am Goldenen Horn für eine leichte Stahl- und Eisenbaukonstruktion entschied. Die einzelnen Elemente wurden in Wien seitens Rudolph Waagner gefertigt und zwischen den Jahren 1893 – 1896 über die Donau und das Schwarze Meer nach Istanbul verschifft und an ihrem heutigen Standort zusammengefügt. Die Eröffnung erfolgte durch Josef I. dem heiligen Stephanus am 8. September 1898, worauf kurz danach die alte Holzkirche abgerissen wurde.

Architektonisch fließen sowohl neogotische als auch neobarockische Elemente in den Bau der kreuzförmigen Sankt Stefan Kirche ein. Ihr tragender Rahmen besteht komplett aus Stahl, die Außenfassade aus gusseisernen Platten und erklärt den Zweitnamen des Bauwerkes „Eiserne Kirche“. Der 40 Meter hohe Glockenturm verfügt über sechs Glocken, die in Jaroslawl gegossen wurden und auch die hölzerne Ikonostase im Inneren der Kirche wurde in Russland, in Moskau angefertigt.

Die Bulgarische Kirche, bei deren Anblick man sich nicht im geringsten denkt, dass sie ein mobiles Bauwerk ist, wird auch heute noch von der orthodoxen Gemeinde genutzt. Einst eine der wichtigen Stätten der bulgarischen Unabhängigskeitsbewegung, zieht die Sankt Stefan Kirche am Ufer des Goldenen Horns in ihrer vollen Pracht Scharen von Besucherströmen an.

Seit 2005 werden an dem Kirchengebäude Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die u. a. die fortschreitende Korrosion des Materials aufgrund von Witterungen des letzten Jahrhunderts, aufzuhalten versucht.

 

 

 

 

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