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Synagogen in Istanbul

Foto: Michael Summers

Die erste Synagoge in Istanbul wurde schon zur byzantinischen Zeit, als die Stadt noch Konstantinopel hieß, im Jahre 318 in dem von vielen Juden bewohnten Bezirk Halkopratia erbaut. Auch wenn diese Synagoge zu Zeiten des Theodosius II in eine Kirche umgewandelt wurde, gab es von dieser Zeit an bis in die Gegenwart Synagogen in der ganzen Stadt, bis hin zu den Prinzeninseln.

Benjamin von Tudela, bedeutender jüdischer Reisender im Mittelalter, berichtete im Jahre 1176 von 2.555 Glaubensgenossen, die in Konstantinopel lebten.

Nach der Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 fanden Juden aus Ungarn und Frankreich eine neue Heimat im Osmanischen Reich. Ihnen folgten Vertriebene aus Sizilien und Saloniki.

Als Sultan Beyazit II. 1492 den aus Spanien verbannten Juden Asyl gewährte und 1497 den portugiesischen, setzte eine große Einwanderungswelle ins Osmanische Reich ein. Juden wurden mit der Zeit zu Beratern der Armee, zu Soldaten, Ministern sowie Ärzten am Hofe der Sultane und prägten zudem das Osmanische Reich gleichzeitig mit ihrem Wissen und Handwerk. Ihre Handelsbeziehungen dienten dem Wohle aller. Sie genossen ihre religiöse Freiheit und bildeten jüdische Gemeinden. Außerdem durften sie unter Auflage einer Sondersteuer Grundbesitz frei erwerben, so dass Istanbul bereits im 16. Jahrhundert über zahlreiche Synagogen und andere jüdische Bauten und Einrichtungen verfügte.

Zehn Jahre nach Ausrufung der Türkischen Republik fanden ab 1933 viele von den Nazis verfolgte Deutsche und Österreicher Schutz und eine neue Zukunft und ließen sich verstärkt in Istanbul nieder.

Die Zahl der Juden in der Türkei ist dennoch konstant rückläufig. Ende des 15. Jahrhunderts gab es 150.000, doch 500 Jahre später nur noch 100.000. Heute leben im ganzen Land gerade noch rund 23.000, die große Mehrheit davon, etwa 20.000, in Istanbul.

Die erste der vier großen Auswanderungswellen gab es nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, 1918, eine zweite nach der Staatsgründung Israels 1948. Dann nach den Progromen gegen Griechen und Armenier im Jahr 1955 und ein letztes Mal in der Zeit vor dem Militärputsch 1980.

Rund 97% der in der Stadt verbliebenen Juden sind Sepharden, die aus Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, der Türkei, Nordafrika und dem Nahen Osten stammen. Nur rund 500 sind aschkenasische Juden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, dem mittel-, nord- und osteuropäischen Raum.

Der gesetzliche Vertreter der türkischen Juden ist das Oberrabbinat mit Sitz in Istanbul. Etwa 80 Karäer, Nachkommen der Juden aus byzantinischer Zeit kennen die Autorität des Oberrabbiners nicht an und bilden eine autonome Gemeinschaft.

In der Stadt sind noch 20 der einst 40 jüdischen Gotteshäuser aktiv. Die Ahrida und Yanbol Synagogen sind die ältesten unter ihnen und seit dem 15. Jahrhundert ununterbrochen aktiv.

Um die Synagogen Istanbul besuchen zu können musst du dich unbedingt beim Oberrabbinat schriftlich anmelden und eine Besuchserlaubnis einholen. Das machst du am besten möglichst einige Wochen vor deinem geplanten Beuch per Kontaktformular, das du auf der Website des Oberrrabinats findest http://www.turkyahudileri.com/index.php/en/contact. Im Verlauf der Prozedur brauchst du eine Fotokopie deines Personalausweises oder Reisepasses. Diesen musst du auch dabeihaben, wenn du die Synagogen besuchst. Besuchstag und –uhrzeit werden dir nach der Genehmigung zugeteilt.

Wir stellen dir nun die 20 noch aktiven Synagogen Istanbuls vor.

Ahrida Synagoge

Die Ahrid Synagoge im Stadtteil Balat ist eine der ältesten und größten Synagogen Istanbuls. Sie wurde bereits im Jahre 1427 kurz vor dem Fall von Konstantinopel von einer Gemeinde romaniotischer Juden aus Ohrid, daher der Name Ahrida, in Mazedonien ge...

Ashkenazi Synagoge

Die Ashkenazi Synagoge ist die derzeit einzig aktive Synagoge der aschkenasischen Juden. Sie wurde von Ashkenazim, einem Österreicher mit Aschkenas Herkunft  im Jahre 1900 in der Nähe des Galata Turms gegründet. Durch ihren Baustil und ihre europäische Fass...

Bakırköy Synagoge

Die Synagoge von Bakırköy wurde 1914 von aus Edirne emigrierten Juden erbaut. Zu Beginn war im Erdgeschoss des Gebäudes, die aus zwei Etagen bestand, eine jüdische Grundschule untergebracht, während der erste Stock als Gotteshaus diente. Das Gebäude wurde...

Beth Avraam Synagoge

Die jüdischen Einwanderer aus Russland, die in den 1880'er kamen, beteten zuerst im Çorapçı Han in Sirkeci. Als die dortige Synagoge zu klein wurde, mietete die Gemeinde an besonderen Tagen wie den Sabbat ein Gebäude hinter dem Sirkeci Bahnhof an, die ...

Beth Israel Synagoge

Als sich in den 1940’ern durch die vor den Nazis flüchtenden Juden die jüdische Bevölkerung im Dreieck Şişli-Osmanbey-Nişantaşı vermehrte, suchte die Gemeinde einen geeigneten Ort dür eine größere Synagoge. Erst Anfang der 1950’er wurde man fündig und...

Beth Nissim Synagoge

Diese Synagoge aus dem Jahr 1840 befindet sich in La Virane, dem Viertel, in dem nicht so begüterte Juden wohnten. Mit dem Wegzug vieler Juden kämpfte die Synagoge immer wieder gegen ihre dauerhafte Schließung. So wurde sie in den Jahren 1980, 1994 un...

Beth Yaakov Synagoge Heybeliada

Als in den Sommermonaten nach Büyükada die zweitgrößte Prinzeninsel Heybeliada Ziel vieler gut situierten jüdischen Familien wurde, mußte auch hier eine Synagoge gebaut werden. Von Anfang der 1940’er bis zur Mitte der 1950’er Jahre mußten Räumlichke...

Beth Yaakov Synagoge Üsküdar

Die Beth Yaakov Synagoge mit einer Kapazität von etwa 260 Personen wurde 1878 neben einer griechisch-orthodoxen Kirche gegründet. Sie wird auch Kal de Abasho, "die untere Synagoge", genannt. Die mit Kristallkronleuchtern ausgestattete achteckige K...

Etz A Hayim-Synagoge

Der Name dieser Synagoge in Ufernähe auf der Hauptstraße von Ortaköy bedeutet „Lebensbaum“. Da es in byzantinischer und osmanischer Zeit sehr viele Synagogen mit diesem Namen gab, ist das genaue Gründungsdatum der Synagoge in Ortaköy schwer festzustellen. Es ist...
Hemdat Israel Synagoge

Hemdat Israel Synagoge

Die Hemdat Israel  Synagoge ist eine der schönsten Synagogen auf der asiatischen Seite. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Haydarpaşa-Bahnhofs . Die Synagoge wurde in den 1880er Jahren unter der Leitung eines österreichischen Architekten geba...

Hesed Le Avraam Synagoge

Da zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr begüterte jüdische Familien Sommerresidenzen auf der größten Prinzeninsel Büyükada bezogen, wurde es notwendig, ein Gotteshaus für sie zu errichten. Dies geschah im Jahre 1904 mit der Einweihung der Hesed ...

Kal de los Francos Synagoge

Die Kal de los Francos Synagoge mit neogotischer Fassade ist bei einem Spaziergang durch Galata nicht zu übersehen. Die italienische Synagoge besitzt, ungewöhnlich für Istanbuler Synagogen, eine kleine Kuppel. Im 19. Jahrhundert bildeten die italienischen Ju...

Kal Ha Kadoş Be Kuşta Bene Mikra Synagoge

Die Karäer (Karaim) sind einerseits eine jüdische Religionsgemeinschaft andererseits eine eigene Volksgruppe innerhalb der Turkvölker. Sultan Mehmet II. ließ nach der Eroberung der Stadt 1453 eine große Anzahl von ihnen nach Istanbul bringen. Diese lie...

Kal Kadosh Beth El Synagoge

Aufgrund der Zunahme der jüdischen Bevölkerung in der Region um Kadıköy in den 1950’ern und der Tatsache, dass viele gut situierte jüdische Familien ihre Sommerresidenzen im Umkreis bezogen, entwickelte sich diese Synagoge zur meistbesuchtesten auf de...

Maalem Synagoge

Die Maalem Synagoge im ehemals stark jüdisch geprägten Altstadtviertel Hasköy am Goldenen Horn ist die einzige Synagoge Hasköys, die bis heute für eine kleine Gemeinde den Betrieb aufrecht erhalten konnte. Ihr Entstehungsjahr ist unbekannt. Sie wurde...
Neve Shalom Synagoge

Neve Shalom Synagoge

Foto: Chad Rosenthal Die Neve Shalom Synagoge befindet sich in unmittelbarer Nähe des Galata Turms . Sie ist nicht nur Istanbuls Hauptsynagoge der sephardischen Juden und Sitz des Istanbuler Oberrabbinats, sie ist auch das größte Gotteshaus der Ju...

Ohel Yaakov Synagoge

Nach Büyükada und Heybeliada war die drittgrößte Prinzeninsel Burgazada beliebtes Ziel für Sommeraufenthalte betuchter jüdischer Familien. So wurde auch hier ein Gebetshaus notwendig. Nachdem man sich Anfang der 1960’er Jahre zunächst in privaten Häusern ...

Shaar Ashamayim Synagoge

Der Name dieser Synagoge mit einer Kapazität von 150 Personen bedeutet „Himmelspforte“. Sie wurde am Donnerstag, dem 21. September 2006, mit einer traditionellen religiösen Zeremonie feierlich eröffnet. Obwohl sich das Gotteshaus in angemieteten Räumli...
Tiferet Israel-Synagoge

Tiferet Israel-Synagoge

Tiferet Israel bedeutet so viel wie „Gnade Israels“. Das Gotteshaus, das in den 1870er Jahren vom berühmten Istanbuler Bankier Abraham Salomon Kamondo erbaut wurde, wird aber auch entsprechend dem Namen seines Standorts einfach nur „Yeniköy Synagog...

Yanbol Synagoge

Diese Synagoge hat ihren Namen von den Juden, die aus der bulgarischen Provinz Jambol nach Balat immigrierten. Aus einem 1693 erlassenen osmanischen Dekret geht hervor, dass das Gotteshaus bereits zur byzantinischer Zeit bestand. Aus anderen Schriften...

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