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Ahrida Synagoge

Die Ahrid Synagoge im Stadtteil Balat ist eine der ältesten und größten Synagogen Istanbuls. Sie wurde bereits im Jahre 1427 kurz vor dem Fall von Konstantinopel von einer Gemeinde romaniotischer Juden aus Ohrid, daher der Name Ahrida, in Mazedonien gegründet.

Als die sephardischen Juden Ende des 15. Jahrhunderts von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden, schickte Sultan Bayezid II. Schiffe nach Spanien und Portugal, um sie ins Osmanische Reich holen zu lassen. Viele von ihnen siedelten sich zunächst am Goldenen Horn in Eminönü an und etwas später in den Stadtteilen Balat und Hasköy. Vom 17. Jahrhundert an bis zur Gründung Israels war Balat ein überwiegend jüdisch geprägtes Viertel mit mindestens elf Synagogen. Auch wenn heute nur noch wenige Juden in Balat leben, füllt sich die an die 500 Personen fassende Synagoge samstags sowie an Feiertagen mit Menschen, die aus der ganzen Stadt hierher kommen.

Über die Jahrhunderte wurde die Synagoge viele Male von Erdbeben und Bränden beschädigt und restauriert. Die letzte Renovierung fand im Jahr 1992 anlässlich der Feier des 500-jährigen Jubiläums sephardischer Kultur in Istanbul statt. Das Hauptgebäude ist aus dem 18. Jahrhundert und stellt ein interessantes Beispiel der Istanbuler Barockarchitektur aus der Tulpen-Periode dar. Bemerkenswert ist besonders die prunkvolle Kanzel (Teva), die in Form eines Schiffsbugs gebaut ist und auf der die Tora gelesen wird. Diese Schiffsform soll an die Galeeren erinnern, welche die Juden aus Spanien nach Istanbul brachten, manchen zufolge symbolisiert sie auch die Arche Noah. Das Schiff ist ein häufig gebrauchtes Symbol der sephardischen Juden in Istanbul. Geht man heute durch Balat, findet man kaum mehr erkennbare Schiffssymbole über den Eingängen verfallener Häuser.

 

 

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