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Taksim Platz

Foto: Leandro Neumann Ciuffo

Im Stadtteil Beyoğlu stellt der Taksim Platz (Taksim Meydanı) einen zentralen Punkt auf der europäischen Seite von Istanbul dar. Er ist außerdem Schauplatz für diverse Veranstaltungen wie Konzerte, Zeremonien, Ehrungen, Demonstrationen und Versammlungen. Auch das südwestlich gelegene Denkmal der Republik mit Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk und seinen Genossen befindet sich hier.

Der Name des Platzes am höchsten Punkt von Beyoğlu leitet sich aus dem Arabischen ab und bedeutet „Teilung“. Die im Jahre 1731 erbaute und hier endende 23 km lange Fernwasserleitung beginnend vom Belgrader Wald bis zu der ein Jahr später im Auftrag von Sultan Mahmut I. entstandenen Wasserverteilanlage am Anfang der Istiklal Caddesi, führten das Wasser von Taksim aus weiter in die Stadtteile Beyoğlu, Kasımpaşa, Galata, Fındıklı und Beşiktaş. Im Zuge der Stadtexpansion wurde die Wasserleitung bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweitert. Nachdem in den 1880er Jahren moderne Wasserwerke errichtet wurden, die die Häuser rund um den Taksim Platz und um Beyoğlu versorgten, verlor das zentrale Leitungssystem nach und nach seine Bedeutung und wurde 1950 komplett eingestellt. Die historische Zisterne befindet sich noch immer dort.

Der Taksim Platz ist zudem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Istanbul. Von hier aus führen mehrere verkehrsreiche Straßen in alle Richtungen, darunter die Tarlabaşı-Allee (Tarlabaşı Bulvarı) nach Fatih, die Straße der Republik (Cumhuriyet Caddesi) nach Şişli, die Inönü Straße (Inönü Caddesi) in Richtung Beşiktaş und die bekannte Istiklal Caddesi (Fußgängerzone) hinab zum Tünel Platz. Auch befindet sich hier der zentrale Ausgangspunkt verschiedener Buslinien sowie der Istanbuler Metro. Seit 2006 stellt die Standseilbahn Taksim-Kabataş eine wunderbare unterirdische Verbindung zu den wichtigen Schiffsanlegestellen sowie der am Bosporusufer verlaufenden Straßenbahn her.

Nördlich des Platzes grenzt der weitläufige Taksim Park (Taksim Gezi Parkı) an. Auf dem Gelände und dem benachbarten Talimhane Areal befand sich früher eine Kaserne der osmanischen Elitetruppe der Janitscharen. Sie wurde nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches während der Einnahme Istanbuls durch mazedonische Truppen unter dem Kommando der Jungtürken am 24. April 1909 beschädigt und später verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier Geschäftshäuser und Hotels. Das 1969 fertiggestellte Hochhaus des Marmara-Hotels ist dabei zu einem eigenständigen Wahrzeichen des Platzes geworden.

Auch das Atatürk Kulturzentrum (Atatürk Kültür Merkezi; kurz AKM) gehört zum Taksim Platz. In dem Mehrzweckveranstaltungszentrum werden unter anderem Opern und Ballettaufführungen dargeboten. Das 70er Jahre Gebäude ersetzt den älteren Bau, der vor 40 Jahren niederbrannte.

Eher touristisch von Bedeutung ist die nostalgische Straßenbahn (Nostaljik Tramvay), die vom Tünel Platz beginnend entlang der Fußgängerzone der Istiklal Caddesi verläuft und auf dem Taksim Platz wieder wendet.

 

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