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Eröffnung des Marmaray Bahntunnels in Istanbul

Marmaray Projekt in Istanbul

Am 29. Oktober 2013 finden gleich zwei große Ereignisse statt, die von den Istanbulern gefeiert werden: Das 90-jährige Bestehen der Türkischen Republik und die Eröffnung des Jahrhundertprojektes Marmaray, ein Bahntunnel, der Asien und Europa von nun an unter dem Bosporus verbinden wird. Bis zu 75 000 Menschen sollen pro Stunde damit befördert werden können.

Der Name des Projektes leitet sich vom Marmarameer und dem türkischen Wort für Schiene „ray“ ab. Da zwischen der Idee aus dem Jahr 1860 und ihrer Umsetzung weit mehr als ein Jahrhundert liegt, passte man sich dem technischen Standard an und entwickelte immer neue Technologien. Eine Unterquerung im tiefen Bosporus war damals technisch nicht möglich, so plante man eine Art schwebenden Tunnel, der wie eine Brücke auf Pfeilern auf dem Meeresgrund ruhen sollte. Es kam zu Auswertungen und einem ersten Entwurf des Projekts Anfang des 20. Jahrhunderts, der den ursprünglichen Ansätzen sogar nahe kam. Nach der erstmaligen Skizzierung im Jahre 1987 wurde auch die erste umfassende Machbarkeitsstudie durchgeführt. Bis zur Endfassung der Studie fanden bis 1998 des Weiteren detailliere Untersuchungen, Durchführungen und Anpassungen hinsichtlich der Bedarfsprognose der Passagiere statt. Mit den Ergebnissen bestätigten sich die Annahmen, dass dieses Projekt den Istanbulern viele Vorteile bringen und den Verkehrsstau in der Stadt weitgehend reduzieren wird.

Die ersten Grabungen für das Projekt begannen 2004 und der erste der insgesamt elf Tunnel, welche die Überquerung des Bosporus ermöglichen werden, wurde am 24. März 2007 unter Wasser bis in eine Tiefe von 56 Metern verankert. Der 13,6 km lange Tunnel verläuft teils unterirdisch, teils als in den Meeresboden eingesetzte Röhre. Während der Marmaray-Arbeiten stieß man außerdem auf archäologische Funde, Überreste des antiken Hafens von Byzanz aus dem 4. Jahrhundert inkl. 33 Schiffen sowie bis zu 8500 Jahre alte Gräber. Dies legte natürlich einen Baustopp ein und verlangsamte die Fertigstellung des Bahntunnels erheblich. Bald werden die Exponate in dem in Kürze eröffneten Marmaray Museum zu sehen sein.

Der Streckenverlauf und die Fahrzeiten mit dem Marmaray sind von Gebze bis Halkalı in 105 Minuten, von Bostancı bis Bakırköy in 37 Minuten, zwischen Söğütlüçeşme und Yenikapı in 12 Minuten und von Üsküdar bis Sirkeci in nur noch 4 Minuten. Die Fahrpreise betragen wie für alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt auch je 3 Lira, mit der Istanbulkart 1,95 Lira (ca. um die 1 Euro).

Bereits seit Jahren ist man gespannt auf die Vollendung dieses gigantischen Projekts, welches weltweit zu den grössten gehört. Am 29. Oktober ist es nun soweit. In Anwesenheit des Präsidenten Abdullah Gül und des Premierministers Recep Tayyip Erdoğan wird der unterirdische Eisenbahntunnel Marmaray mit einer Zeremonie eröffnet und dem Verkehr freigegeben. Zunächst nur für eine Teilstrecke, die vom asiatischen Teil in Ayrılıkçeşme (Kadıköy) bis in den europäischen Teil nach Kazlıçeşme zu fahren ist. Die gesamte Strecke wird erst in 2 Jahren komplett fertiggestellt sein. Den Konstrukteuren zufolge werde der Tunnel selbst schwersten Erdbeben standhalten können.

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