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Über Istanbul

Foto: Istanbul und Türkei Community by Selda Yildiz, Erol Gülsen

Istanbul liegt im Westen der Türkei. Sie ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes und gleichzeitig das Kultur- und Wirtschaftzentrum.

Geographie

Der Bosporus, die Meerenge, teilt das Stadtgebiet in einen europäischen und in einen asiatischen Teil. Im Süden liegt das Marmarameer und im Norden das Schwarze Meer. Durch diese Lage ist Istanbul die einzige Metropole der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt. Das Goldene Horn, eine nach Westen verlaufende Meerenge, trennt den europäischen Teil wiederum in eine südlich gelegene Halbinsel mit dem historischen Stadtzentrum “Sultanahmet” (Historische Halbinsel) und in ein nördliches Stadtgebiet, dem historischen Genuesenviertel “Galata” (Modernes Istanbul). Die Metropole erstreckt sich ferner sowohl nach Westen als auch nach Norden und Osten und schließt außerdem die dazugehörigen Prinzeninseln im Marmarameer mit ein.

Vereinfacht lässt sich Istanbul in drei große Stadtgebiete einteilen:

  • Die historische Halbinsel – gleichzeitig ehemaliges Konstantinopel im südlichen Bereich der europäischen Seite. Entlang des Marmarameeres befinden sich neue Wohn- und Gewerbebetriebe, die inzwischen sogar bis über den Flughafen hinaus weit nach Westen reichen.
  • Das westlich geprägte Beyoğlu auf dem nördlichen Teil der europäischen Seite. Es erstreckt sich in einer Linie von ehemaligen Fischerdörfern wie Ortaköy und Bebek entlang der Küste am Bosporus. Hier errichteten wohlhabende Istanbuler noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts luxuriöse Holzvillen “Yalı’s”, die ihnen als Sommerwohnsitz dienten. Auch hier am Bosporus wurde die Bebauung nach Westen vorangetrieben. Bedingt durch das starke Wachstum Istanbuls seit den 1970’er Jahren machen den größten Teil der europäischen Stadtfläche oberhalb der ersten und zweiten Bosporus Brücke heute die modernen, im Hinterland entstandenen Stadtteile aus, die zu gewaltigen Geschäfts- und Finanzzentren ausgebaut wurden.
  • Die auf der asiatischen Seite liegenden Stadtteile Üsküdar und Kadıköy, einst als “Land der Blinden” geltend und ursprünglich selbstständige Städte, sind heute vor allem Wohn- und Geschäftsviertel, in denen etwa ein Drittel der Istanbuler Bevölkerung lebt. Mit dem Bau der beiden Bosporus Brücken 1973 und 1988 gab es stetig weiteren Zuwachs an Siedlungen. Entlang des Bosporus und dem Marmarameer wurden hier großflächig bis ins asiatische Hinterland neue Stadtteile und -viertel erschlossen, sogenannte “Gecekondus”.

Das städtische Siedlungsgebiet mit einer recht hügeligen Fläche von 1.830,92 km² verzeichnet derzeit rund 13,7 Millionen Einwohner (Stand 31.12.2011) und nimmt somit den vierten Platz unter den bevölkerungsreichsten Städten der Welt ein.

Die Provinz Istanbul hingegen hat eine Fläche von 5.343 km². Zwei große Flughäfen, zahlreiche Fernbusbahnhöfe, ein zentraler Kopfbahnhof und ein ausgeprägtes Schiffsverkehrsnetz machen Istanbul zum größten Verkehrsknotenpunkt des Landes, dessen Transitlage zwischen zwei Kontinenten und zwei Meeren zudem eine wichtige Station für die internationale Logistik ist.

Klima

Istanbul ist aufgrund seiner geographischen Lage zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer unterschiedlichen Klimaeinflüssen ausgesetzt und verfügt über ein mildes und hoch feuchtes Seeklima. Kalte und trockene Luft kommt aus dem Norden (Nordostwind “Poyraz”), während aus der Mittelmeerregion oft wärmere und feuchtere Luft (Südwestwind “Lodos”) in die Stadt fließt.

  • Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 14 °C
  • Die wärmsten Monate sind dabei der Juli und August mit durchschnittlich über 22 °C
  • Die kältesten Monate hingegen sind der Januar und Februar mit etwas über 5 °C
  • Im Sommer können während der konstanten Hitzeperioden von Juni bis August Temperaturen von über 30 °C  im Schatten erreicht werden.
  • Der Winter gestaltet sich kühl bis kalt und sehr wechselhaft. So gibt es frühlingshafte Sonnentage, doch ist auch durchaus mit heftigen Regenschauern, Kälteeinbrüchen und Schneefällen zu rechnen, wobei das Thermometer nur selten unter Null Grad fällt.
  • Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 850 mm. Die meisten Niederschläge gibt es in den Monaten November und Dezember mit durchschnittlich 110 und 124 mm, die geringsten in den Monaten Mai, Juni und Juli mit je 36, 37 und 39 mm im Mittel.

Architektur

Die Architektur der Stadt geht weit in ihrer Geschichte zurück und ist aufgrund ihres 2600-jährigen Bestehens von antiken, mittelalterlichen sowie neuzeitlichen und zuletzt modernen Baustilen geprägt. Es vereint Elemente der Griechen, Römer, Genuesen, Byzantiner und Osmanen zu einem Stadtbild, dessen historische Altstadt wegen dieser Einzigartigkeit von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Religion und ethnische Gruppen

Lange Zeit war Istanbul ein bedeutendes Zentrum des orthodoxen Christentums und des sunnitischen Islams, gleichzeitig ist es der Sitz des ökumenischen Patriarchen und verfügt über zahlreiche Moscheen, Kirchen und Synagogen. Ein weitaus großer Anteil von 80% der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Darüber hinaus sind bedeutende religiöse Minderheiten die griechisch-orthodoxen Christen, die syrisch-orthodoxen Aramäer, die armenischen Christen sowie die seit über 500 Jahren in Istanbul lebenden sephardischen Juden.

Die Bevölkerung Istanbuls setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen und bietet ein buntes Kulturmosaik. Neben dem Großteil an Türken bilden die Kurden mit einer Zahl von ca. zwei Millionen die größte Gemeinschaft. Weit hinter ihnen wird die Zahl der Russen auf etwa 100.000 geschätzt, die Istanbul während der kommunistischen Oktoberrevolution als Zufluchtsort sahen. Auch die Zahl der Chinesen beläuft sich auf ungefähr 100.000. Die unter den traditionell dort lebenden größten christlichen Bevölkerungsgruppen sind die Armenier, deren offizielle Zahl mit 45.000 angegeben ist, gefolgt von etwa 17.000 Aramäern. Die 21.000 Juden bilden die zweitgrößte religiöse Minderheit.Einige der etwa 10.000 Bosporus-Deutschen stammen aus Familien, die meist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts während des Ersten Weltkrieges Zuflucht in Istanbul fanden und seither dauerhaft hier leben. Die rund 2.000 Griechen gehören zum Teil zu den seit vielen Generationen zählenden Ureinwohnern. Eine kleine polnische Gemeinde mit knapp 400 Einwohnern lebt in Polonezköy, das sich aus Nachfahren der nach dem Krimkrieg dort ansiedelnden polnischen, tschechischen und böhmischen Söldner des Sultans zusammensetzt. Weitere Ethnien stellen die Lasen, Araber, Syrern, Tscherkessen und Roma dar, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung sehr gering ist.

Einwohnerzahl

Die Einwohnerentwicklung in der Metropole breitete sich mit wahnsinniger Geschwindigkeit aus. Um 1950 lebten in Istanbul etwa eine Million Menschen, doch schon bald setzte aufgrund des Bürgerkriegs im Südosten der Türkei die Landflucht in die Stadt rasant ein. So dass es im Jahre 1975 schon mehr als das Doppelte war. Man kann sagen, dass Istanbul seine Einwohner in den letzten fünfzig Jahren wohl mehr als verzehnfacht hat. Inoffiziell sind die Zahlen von heute recht schwammig. Man schätzt sie auf rund 17 Millionen. Von den gemeldeten knapp 14 Millionen Einwohnern lebt der Großteil auf der europäischen Seite.

 

 

 

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