15 Türkische Hochzeitstraditionen

Wie in jedem Land gibt es auch in der Türkei zahlreiche Traditionen rund um die Hochzeit. Je nachdem, in welcher Gegend des Landes Sie sind, unterscheiden sich die Bräuche. Besonders in den ländlichen Gebieten wird sehr viel Wert auf Traditionen gelegt.

Eine Hochzeit ist in der Türkei mehr eine Familienangelegenheit denn eine persönliche, dementsprechend ist die ganze Familie auch an der Planung und Ausführung beteiligt.

Wir haben hier eine kleine Auswahl an Sitten und Bräuchen zusammengestellt, einige haben Ähnlichkeit mit den deutschen Sitten und werden Ihnen bekannt vorkommen.

1. Um die Hand anhalten – Kız istemesi

Wie auch in Deutschland ist es üblich, dass bei dem Brautvater um die Hand der Tochter angehalten wird. „Kız istemesi“, wie das in der Türkei genannt wird, läuft nach einer genau festgelegten Zeremonie ab. Der Bräutigam fährt mit seinen Eltern sowie älteren Familienmitgliedern mit Blumen und Schokolade an einem vorher festgelegten Tag zu den Brauteltern, in deren Haus sich ebenfalls die Familie versammelt hat. Nach etwas Small Talk wird das älteste männliche Mitglied der Familie des Bräutigams mit den immer gleichen Worten „Allah’ın emri Peygamber’in kavli ile kızınızı, oğlumuza istiyoruz“ um die Hand der Tochter anhalten.

Die Familie der Braut kann sich Bedenkzeit erbeten, dann wird die Zeremonie an einem anderen Tag wiederholt.

Stimmt der Brautvater jedoch zu, werden Ringe ausgetauscht und das Hochzeitsversprechen wird gegeben.

2. Hochzeitsversprechen - Söz kesmek

Das Heiratsversprechen nennt man in der Türkei „söz kesmek“. Meistens wird es heutzutage an demselben Tag, an dem um die Hand der Braut angehalten wird, vollzogen. Einfache Ringe, nicht die Verlobungsringe, sind mit einer roten Schleife miteinander verbunden. Auf einem Silbertablett werden die Ringe den Verlobten hingehalten, die sich diese gegenseitig anstecken. Das rote Band wird zerschnitten und die Zeremonie ist vollendet.

3. Kaffee mit Salz und Pfeffer

Während sich die Familien unterhalten, macht die Braut türkischen Kaffee. Der des Bräutigams wird mit Salz, anstatt mit Zucker gewürzt. Trinkt der Bräutigam diesen, ohne mit der Wimper zu zucken, wird das als positives Zeichen gewertet. Manchmal übertreibt es die Braut mit dem Salz, sodass der Bräutigam stark husten muss, was zu großem Gelächter führt.

4. Geschenke zur Verlobung „Nişan Bohcası“

Mit dem sogenannten „nişan bohcasi“ sollen die Familien sich gegenseitig ihre Wertschätzung zeigen. Es enthält praktische Geschenke, Alltagsgegenstände, die nach der Hochzeit verwendet werden können, wie beispielsweise Parfum, Pantoffeln, Pyjama, Kleider, Schuhe, Schminke, Handtuch, Rasierutensilien oder ähnliches. Früher wurden alle diese Geschenke in einem aufwendig bestickten großen Tuch verpackt und an die Familie des Partners übergeben. Heutzutage können Sie Körbe oder sogar kleine Truhen extra für diesen Zweck kaufen. Es ist von Region zu Region unterschiedlich, wann das „nişan bohcası“ übergeben wird. In der Regel findet die Übergabe jedoch vor der Verlobung statt.

5. Verlobung - Nişan

Traditionsgemäß bezahlt die Familie der Braut die Verlobungsfeier. Die Verlobung können Sie im kleinen Kreis im Haus der Braut feiern oder aber Sie mieten einen Saal oder ein Lokal für die Feierlichkeiten. Der Teilnehmerzahl sind nach Oben hin keine Grenzen gesetzt, vor allem in ländlichen Gebieten sind 500 oder mehr Personen keine Seltenheit.

6. Polterabend - Kına gecesi

Eine noch immer sehr beliebte Tradition ist die „kına gecesi“. Entweder Sie feiern die kına gecesi zu Hause bei der Braut oder in einem Restaurant. Die Braut ist ebenso wie die Gäste festlich gekleidet, sitzt auf einem Stuhl und trägt einen langen roten Schleier, der ihren Kopf und ihr Gesicht vollständig bedeckt.

Es werden zunächst traurige Lieder gespielt, die Braut muss weinen, da dies ja der Abschied von ihrem Elternhaus ist. Nach einer bestimmten Zeremonie und in Begleitung der entsprechenden Musik legt die künftige Schwiegermutter eine Goldmünze in die Hand der Braut, damit sie diese für die Henna-Bemalung öffnet.

Danach versiegen die Tränen der Braut, die Musik wird fröhlicher, Braut und Gäste amüsieren sich und tanzen miteinander.

7. Standesamt - Nikah

Die gesetzliche Trauung findet üblicherweise auf dem Standesamt statt. Fall Sie möchten, können Sie den Standesbeamten jedoch auch in den Hochzeitssaal oder den Veranstaltungsort kommen lassen. Üblicherweise geht die Braut im Brautkleid zum Standesamt.

Nach der in der Türkei ziemlich kurzen und nüchternen Zeremonie stellt sich das Brautpaar im Standesamt auf, um Glückwünsche und Geschenke, meist in Form von Geld und Gold, entgegenzunehmen.

Nach der Trauung versucht das Brautpaar, sich gegenseitig auf den Fuß zu treten. Wer schneller ist, so sagt man, hat später dann in der Ehe das Sagen.

8. Wer bezahlt die Hochzeit?

Die Hochzeitsfeierlichkeiten bezahlt die Familie des Bräutigams. In der Regel mietet die Familie einen Salon oder eine Location. Auch Hochzeiten in großen Hotels oder auf einem Schiff erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Auswahl der Lokalität hängt ebenso von dem Budget ab, wie die Zahl der geladenen Gäste.

9. Wer kauft das Brautkleid?

Das Brautkleid kauft die Familie des Bräutigams, während die Braut den Anzug kauft, den der Bräutigam bei der Hochzeit tragen wird.

10. Friseur

Am Tag der Hochzeit gehen sowohl Braut als auch Bräutigam zum Friseur, beide in Begleitung von Freunden und Familienmitgliedern. Die Braut wird dort auch geschminkt. Manchmal holt der Bräutigam die Braut mit dem Hochzeitsauto direkt beim Friseur ab und sie fahren von dort zum Standesamt.

Üblicherweise jedoch kehrt die Braut ein letztes Mal in ihr Elternhaus zurück, wo sie ihr Brautkleid anzieht. Der Bräutigam holt sie von zu Hause ab. Dies geschieht meist mit einer besonderen Zeremonie.

11. Brautabholung

Oft werden Musikanten engagiert „Davul Zurna“, die bei der Brautabholung laut auf der Straße spielen. Davul ist eine große Trommel und Zurna ein Blasinstrument mit einem trichterförmigen Schallbecher. So soll dem Bräutigam die Zeit verkürzt werden, während er auf die Dame seines Herzens wartet.

Entsprechend der Tradition wird der Braut von ihrem Vater ein rotes Band um die Taille gebunden. Dies soll Glück und Reichtum bringen und steht gleichzeitig für die Reinheit der Braut. Oft wird noch auf der Straße getanzt, bevor das Brautpaar das Hochzeitsauto besteigt.

12. Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues

Jede Braut sollte traditionsgemäß etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues tragen. Das Alte soll die Bindung der Braut an Traditionen und an ihr Elternhaus symbolisieren, das Neue steht für die Hoffnung, mit der sie in die Zukunft blickt, das Geborgte symbolisiert ihre Glaubwürdigkeit insofern, als Menschen ihr etwas leihen würden und das Blaue steht für Reinheit und Treue.

13. Fahrt in dem Hochzeitsauto

Das Brautpaar fährt in einem mit Blumen geschmückten Wagen zur Hochzeit. Oftmals bewegt sich der Hochzeitskonvoi laut hupend durch die Straßen, wobei alle Autos, die dazugehören, weiße Bänder an die Außenspiegel binden, die dem Brautpaar Glück bringen sollen. Das laute Hupen soll die bösen Geister fernhalten. Manchmal wird der Weg des Hochzeitsautos versperrt und ein Wegzoll muss bezahlt werden.

14. Hochzeitsschuh

Vor der Hochzeitsfeier schreibt die Braut die Namen ihrer ledigen Freundinnen auf die Unterseite ihrer Schuhe. Wessen Name als erster nicht mehr zu lesen ist oder am Ende des Tages am meisten abgerieben ist, der wird als nächste heiraten.

15. Traditionen auf der Hochzeitsfeier

Vielleicht kommt Ihnen ja der eine oder andere Brauch sogar bekannt vor:

** Das Brautpaar sitzt in dem Hochzeitssalon gemeinsam an einem Tisch, der von der Tafel der anderen Gäste abgetrennt ist und den jeder vom ganzen Saal aus gut zu sehen kann. Auch Essen und Getränke werden dort serviert.

** Gemeinsam gehen die Brautleute dann von Tisch zu Tisch, um die Gäste willkommen zu heißen und Geschenke entgegenzunehmen. Diese werden entweder an das Brautkleid angesteckt oder in einer kleinen Tasche oder Schatulle gesammelt. Sowohl Braut als auch Bräutigam tragen ein breites rotes Band, an dem die Gäste das Gold oder Geld anstecken können.

** Auch in der Türkei eröffnet das Brautpaar mit einem Eröffnungstanz das Tanzvergnügen. Gespielt wird meistens sowohl türkische als auch moderne Musik.

** Es gibt eine mehrstöckige Hochzeitstorte, die von dem Brautpaar gemeinsam angeschnitten wird. Das erste Stück reicht der Bräutigam der Braut und umgekehrt, anschließend wird den Gästen serviert.

** Entgegen weitläufiger Annahmen dauern türkische Hochzeitsfeiern nicht bis in die frühen Morgenstunden, sondern enden meistens gegen Mitternacht.

Danach beginnt ein neues Leben für das glücklich verheiratete Paar.

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